Oliver Flüshöh und Sabine Mayweg besuchten Hof Stens in Sprockhövel – Fazit: Umdenken beim Fleischkonsum ist nötig

6. September 2020

Am 03.09.2020 war Oliver Flüshöh zu Gast auf dem Hof Stens in Sprockhövel. Das Treffen wurde von Sabine Mayweg arrangiert. Dort wurde mit Landwirtinnen und Landwirten über ihre Erwartungen an die Landratskandidaten*innen und die Politik im EN-Kreis, gesprochen. Es wurde viel über Flächenverbrauch und gesellschaftliche Wertschätzung, aber auch über andere Weichenstellungen in der Verwaltung diskutiert.

Die Ackerbauern merkten in dem Gespräch noch einmal an, dass sie alleine schon aus Kostengründen nur soviel Pflanzenschutzmittel ausbringen, wie unbedingt nötig ist. Sabine Mayweg bedankt sich für die Gastfreundschaft und die gute Diskussion. Sie findet es wichtig und richtig, die Landwirtschaft in unserem Kreis zu unterstützen.

Wenn wir in unserem Umfeld weiterhin Landwirtschaft möchten, muss ein Umdenken auch beim Verbraucher beginnen, resümiert Sabine Mayweg.

Wenn man Fleisch in dem Maße essen möchte wie bisher, muss man auch mit Massentierhaltung leben. Idyllische 7 Kühe auf der Weide sehen schön aus, decken aber nicht den tatsächlichen Bedarf. Liefern wir nicht, liefern andere. Längere Transportwege sind in den Augen von Sabine Mayweg ökologisch nicht sinnvoll.

Bei dem Besuch wurde auch darüber gesprochen, dass alle zwei Jahre ein Hoftag auf Hof Stens stattfindet. Eine ungeheure Menschenmenge besucht begeistert den Hof und stellt zwei Tage später die Bauern wieder an den Pranger. Die Landwirte verstehen die Welt nicht mehr und sehen sich zwischen Baum und Borke.

Dabei steigt der Bedarf an billigem Fleisch fast ungebremst, es vergeht in der warmen Jahreszeit kaum ein Tag, an dem die Verbraucher nicht an der Fleischtheke stehen und kiloweise Grillfleisch einkaufen. Auch sonst ist der Fleischkonsum immens. Das hinterlässt Spuren bei den hiesigen Fleischerzeugern und der Umwelt.

Um den riesigen Fleischbedarf decken zu können, gibt es viele Betriebe zur Massentierhaltung und das nicht nur in unserem Land. Über weite Strecken werden Tiere mit Lastwagen, zumeist aus dem osteuropäischen Ausland, in die Schlachbetriebe gekarrt und das unter meist unwürdigen Bedingungen für die Tiere. Unter dem Kostendruck und der großen Nachfrage, können heimische Bauern nicht mehr mithalten, wenn eine tiergerechte Haltung erwartet wird.

Zur Fütterung der Schlachttiere werden riesige Areale für den Anbau von Sojagetreide gebraucht und Wälder gerodet, 80 Prozent der angebauten Sojabohne werden zu Schrot verarbeitet, das anschließend als Futtermittel in Tiertrögen landet. Der Ausstoß von Methangasen, bei der Verstoffwechselung des Futters, ist ebenso ein nicht zu vernachlässigender Faktor bei der Belastung der Luft. Die Methan- und Lachgasemissionen sind mit rund 87 Prozent nahezu vollständig auf die Rinderhaltung zurückzuführen. Damit sind die Rinder quasi die größten Umweltsünder.

Fleisch essen? Ja, aber mit Respekt und Demut vor den Tieren, die dafür getötet werden. Es ist nicht erforderlich, jeden Tag große Mengen Fleisch zu verzehren. Will man die Idylle von glücklichen Tieren erhalten, sollte man darüber nachdenken, den Fleischkonsum wieder auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren und auch etwas mehr dafür auszugeben. Das würde der heimischen Landwirtschaft ermöglichen, wieder als erster Lieferant für die Region zu dienen.