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Künstliche Intelligenz an Schulen

Anfrage KI an Schulen

Der Einsatz Künstlicher Intelligenz ist, seit der Veröffentlichung von ChatGPT im November 2022, im Bildungskontext nicht mehr wegzudenken. Die Chancen für den Schulalltag überzeugen auf den ersten Blick. Der Einsatz von KI ermöglicht personalisiertes Lernen, welches sich am Lernstand jedes einzelnen Schülers orientiert. Die unmittelbare Rückmeldung der KI aktiviert das Belohnungssystem der Schülerinnen und Schüler und eine spielerische Nutzung kann die Lernmotivation fördern. Auch Lehrkräfte profitieren durch eine Arbeitsentlastung, bspw. bei Korrekturleistungen oder administrativen Aufgaben. Dies führt dazu, dass ihnen mehr Freiraum für pädagogische Aufgaben zur Verfügung steht. Mit Blick auf die immer heterogenere Schülerschaft und den Fachkräftemangel, ein Gewinn für das System Schule.

Doch diese Potenziale können nur dann ausgeschöpft werden, wenn die Nutzung von KI reflektiert und mit dem notwendigen Know How erfolgt. Der Neurowissenschaftler, Dr. André Dennes (Universität Münster), erläutert bspw., Studienergebnisse legten nahe, dass das Lösen von Textaufgaben mit KI zu einer Wortschatz-Reduktion führen könne. Die Vermeidung von Anstrengung bei Problemlösungen, durch die Anwendung von KI, habe zum Ergebnis, dass die dafür notwendigen Hirnregionen sukzessive abgebaut würden. Dadurch fielen auch einfachere Dinge des Alltages zunehmend schwerer. Lehrer hätten zudem bei mit KI-angefertigten Hausaufgaben kaum die Chance, dies zu belegen. Eine Umfrage des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien belegt, dass etwa ¾ aller Schüler KI regelmäßig nutzen und ca. ¼ der Befragten einräumt, Hausaufgaben kaum noch selbst zu erledigen.

Das Deutsche Schulbarometer validiert zudem, dass 62% der Pädagogen sich unsicher im Umgang mit Künstlicher Intelligenz fühlen und nur 1/3 der Lehrkräfte KI regelmäßig einsetzen. So wünschen sich 52% der Lehrerinnen und Lehrer beispielsweise Fortbildung in Methoden zur Förderung von kritischem Denken (z.B. Quellenbewertung) und 54% Fortbildung in der Nutzung von KI für die Unterrichtsgestaltung. Der Digitalverband Bitkom befragte Schülerinnen und Schülern zwischen 14 und 19 Jahren zu ihrem Umgang mit KI im Unterricht. Das Ergebnis zeigt, dass selbst SuS den Einsatz von KI im Unterricht kritisch betrachten. 44% der Befragten fordert sogar ein Nutzungsverbot von KI in der Schule, 48% sagen, dass KI Schüler „dumm“ mache.

Da es sich bei KI um eine zukunftsrelevante und prägende Technologie für Alltag und Beruf handelt, erscheint es unerlässlich Schülerinnen und Schüler zu einem verantwortungsvollen Umgang zu befähigen, aber vor Allem auch Fortbildungswünsche und -bedarfe von Lehrkräften in den Fokus der Debatte zu rücken.

Zur Prüfung einer möglichen lokalen Relevanz für Wetteraner Schulen bitten wir, angesichts der aktuellen Studienlage und Fachdiskussion, um Auskunft über nachfolgende Punkte :

  • In welcher Form wird KI aktuell an den Schulen in Wetter genutzt (z. B. im Unterricht, bei Hausaufgaben, in Projekten, zur Unterrichtsvorbereitung durch Lehrkräfte)?
  • Welche Unterstützungsangebote, insbesondere Fortbildungen, stehen den Lehrkräften in Wetter momentan für den pädagogisch verantwortungsvollen Einsatz von KI zur Verfügung?
  • Gibt es an den Schulen in Wetter bereits Beobachtungen, dass KI den Lernerfolg oder die Leistungsqualität beeinflusst (z. B. in den Bereichen Sprachkompetenz, eigenständige Problemlösung oder Ergebnisse von Prüfungen)?